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Donnerstag, 2019-10-17

 

„Taraxacum plant“ von Arnoldius - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia LINK

 

 

„SauerampferPflanze (Rumex acetosa)“ von Hajotthu aus der deutschsprachigen Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - LINK

 

 

„GaliumodoratumWaldmeister“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - LINK

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Gesunde Tipps der NABU-Kräuterfee

Da wir heutzutage in einem Fast-Food - Zeitalter leben, wissen viele Menschen gar nicht mehr, welche Pflanzen und (Wild-) Kräuter überhaupt essbar sind. Ebenso wissen wir selten, was genau wir so zu uns nehmen, das heißt, woraus unsere Nahrung genau besteht und wie gesund bzw. ungesund sie ist. Darauf können wir jedoch durchaus Einfluss nehmen, denn die Natur bietet uns genügend Pflanzen und Kräuter, die man neu entdecken und vielfältig nutzen kann, denn: Kräuter sind Helfer aus der Apotheke der Natur für Gesundheit, Wohlbefinden und, nicht zuletzt, für den Genuss.

Schon kleine Veränderungen in unseren Gewohnheiten bringen viel für den Geschmack und die Gesundheit, z.B. durch Ersatz von (viel) Kochsalz durch Kräuter bekommen Gerichte eine pikante und besondere Note und der Blutdruck dankt es einem auch. Durch den Einsatz von aromatischen Kräutern lässt sich z.B. beim Kochen Fett sparen.

Viele kennen bereits die Nutzung von Pflanzen als Heilkräuter mit arzneilicher Wirkung zur Vorbeugung von Befindlichkeitsstörungen oder Krankheiten oder zur Heilung derselben. Genauso lassen sich Kräuter aber zum Würzen oder als Wildgemüse verwenden. Sie eignen sich ganz hervorragend als Beigabe zu Salaten, Aufläufen, Suppen, Dips, Getränken, Nachspeisen, Kräuterbrot und, und …, kurz gesagt für vielfältigen und gesunden Genuss.

Was gut und gesund ist, wussten auch schon die Menschen und Mönche im Mittelalter (und länger), denn auch sie brauten bereits Kräuterliköre und Kräutermixturen zur innerlichen und äußerlichen Anwendung; auch das Brauen von Bier gehörte dazu.

Wenn man sich noch nicht so gut auskennt mit Wildkräutern, sollte man auf jeden Fall einen erfahrenen Kräutersammler sowie ein gutes Pflanzenbestimmungsbuch für die ersten Exkursionen mitnehmen, um verwendbare Kräuter sicher zu identifizieren und giftige von ungiftigen zu unterscheiden!

Geeignete Sammelorte findet man als Anfänger nicht zuletzt im eigenen Garten und überall dort,wo nicht gespritzt oder gedüngt wurde und nicht in der Nähe vielbefahrener Strassen.

Ferner sammelt man keine geschützten, seltenen oder giftigen Pflanzen.

Zu beachten ist auch, dass man beim vorsichtigen Pflücken der Pflanzen und Kräuter immer Teile der Pflanze zur Erhaltung der Art bewahrt und deshalb übrig lässt.

Rezepte

Da gutes Essen und Trinken bekanntlich Leib und Seele zusammen hält, nachfolgend einige Rezepte, die Sie zu gesundem Genuss und auf den Geschmack bringen sollen:

I. Frühlingskur-Mix

1 Handvoll junge Löwenzahnblätter

1 Orange

1/8 l Buttermilch oder Kefir

1 TL Blütenpollen (Reformhaus/Bioladen)

Honig nach Bedarf

  Foto: Löwenzahn (Wildkräuterlink Wikimedia)

Löwenzahnblätter waschen und in Streifen schneiden, Orange auspressen, den ungeschälten Apfel vierteln und das Kerngehäuse entfernen, mit den übrigen Zutaten in ein hohes Gefäß geben und mit einem Zauberstab oder Mixer pürieren. Je nach persönlichem Geschmack mit etwas Honig süßen und zusätzlich Orangensaft oder Buttermilch zufügen.

Trinkt man eine Woche lang täglich ein Glas, eventuell auch als eine volle Mahlzeit, so sollte man fit in die Frühlingssaison starten können.

Tipp: Löwenzahnblätter bleiben bis zu einer Woche frisch, wenn sie in einem geschlossenen, kleinen Topf im Kühlschrank aufbewahrt werden.

(Das Rezept wurde entnommen aus dem Buch:,,Delikatessen am Wegesrand‘‘ von Brigitte Klemme und Dirk Holtermann)

II. Sauerampfersuppe

150 g Sauerampfer

1 l Gemüsebrühe

30 g Butter

½ Zwiebel

40 g Weizenvollkornmehl

5 Eigelb

200 ml süße Sahne

Salz

Honig

frisch gemahlener weißer Pfeffer zum Würzen

  Foto: Sauerampfer (Wildkräuterlink Wikimedia)

Sauerampfer von den groben Stielen befreien und kleinschneiden. Butter in einer Pfanne zerlassen, gehackte Zwiebel leicht darin anrösten. Mehl zugeben und gut durchschwitzen lassen. Sauerampfer hinzufügen, 1-2 Minuten mit dünsten, mit Gemüsebrühe auffüllen und erhitzen. Eigelb mit Sahne zu einer Creme verquirlen und die heiße Suppe langsam unter Rühren hinzufügen. Nochmals erhitzen und dabei ständig rühren. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und eventuell etwas Honig abschmecken. Die angerichtete Suppe mit Sauerampferblättchen garnieren.

(Das Rezept wurde entnommen aus dem Buch:,, Delikatessen am Wiesenrand‘‘ von Brigitte Klemme und Dirk Holtermann)

III. Zum (aktiven) Tanz in den Mai:

 

Waldmeisterbowle

5-8 Stengel Waldmeister (vor der Blüte)

1 Flasche Weißwein

½ Flasche Sekt oder Mineralwasser

 

    Foto: Waldmeister (Wildkräuterlink Wikimedia)

Waldmeister mit Weißwein übergießen, mit den Händen zerdrücken. 1-2 Stunden ziehen lassen und herausnehmen. Den Wein mit Honig oder Zucker abschmecken und vor dem Servieren mit kaltem Sekt oder Mineralwasser aufgießen und ein paar Blättchen Waldmeister zur Dekoration hinzugeben.

(Das Rezept wurde entnommen aus dem Buch:,, Delikatessen am Waldesrand‘‘ von Brigitte Klemme und Dirk Holtermann)

Anhang: Kleine Pflanzenkunde

Löwenzahn

Taraxacum officinale, Asteraceae

Synonyme sind: Gemeiner Löwenzahn, Kuhblume, Butterblume

Löwenzahn findet man sehr verbreitet auf Wiesen, Grasplätzen und an Wegrändern. Er ist gut zu erkennen an den stark gezähnten Blättern, die am Boden eine grundständige Rosette bilden; der lange Stengel ist hohl und gefüllt mit einem weißen milchigen Saft. Er trägt eine strahlendgelbe Korbblüte. Die Samen tragen Haarkronen (Pusteblume).

Azneiliche und weitere Anwendung:

Löwenzahn regt die Verdauungsdrüsen an, v.a. von Galle und Bauchspeicheldrüse, hat eine leicht harntreibende und abführende Wirkung. Ansonsten eignen sich junge Blätter und Preßsaft gut zu Frühjahrskuren, z.B. roh als Salat oder als Zugabe zu anderen Speisen oder Getränken, denn sie sind vitaminreich , sind appetitanregend, blutreinigend und entwässernd. Auch gegen Hautunreinheiten ist Löwenzahn einsetzbar und ebenso kann er bei beginnenden Lebererkrankungen hilfreich sein.

Somit ist das arzneiliche Einsatzgebiet sehr weitreichend: Frischpflanzenpreßsaft und Löwenzahntee werden vorwiegend bei Leber-und Gallenleiden, aber auch bei Gelbsucht, Darmträgheit , Blutarmut, Wassereinlagerungen, Hämorrhoiden, Gicht, Rheuma, Fettsucht, Hautkrankheiten, Krampfadern und Geschwüren verwendet.

Sauerampfer

Rumex acetosa, Polygonaceae

Sauerampfer finden wir auf Wiesen, an Wegrändern und auf fruchtbaren Böden. Typisch für Sauerampfer sind die meist rötlichen Frucht-und Blütenstände, die wie lange Wedel aussehen, natürlich der saure Geschmack der Blätter, die glänzend dunkelgrün sind. Die Blattzipfel sitzen am Stengelansatz.

Arzneiliche und weitere Anwendung:

Vom Sauerampfer finden hauptsächlich die jungen Blätter und junge Blütenstände Verwendung zu vielerlei Gerichten, z.B. Suppen, Salaten, Kräuterdips u.v.m.. Arzneilich kann Sauerampfer zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden, Hauterkrankungen, Menstruationsbeschwerden und Blutarmut verwendet werden. Äußerlich dient es zur Wundbehandlung, weil es entzündungshemmend und adstringierend (Gerbstoffgehalt) wirkt. Ebenso sagt man Sauerampfer eine blutreinigende und blutbildende Wirkung nach; es wirkt zudem noch harntreibend und schleimlösend. Die Anwendung kann innerlich als Teezubereitung erfolgen oder äußerlich als Umschlag. Sauerampfer enthält neben Gerbstoffen auch Vitamine, Oxalsäure und Eiweiß. Die Oxalsäure ist verantwortlich für den typischen sauren Geschmack; sie hat allerdings bei zu viel und zu häufigem Gebrauch schädliche Wirkungen: sie kann dann Nierenschäden verursachen und außerdem entzieht sie dem Körper Calcium, so dass das Elektrolytgleichgewicht gestört werden kann und für die Knochen ist es auch nicht von Vorteil. Also: Alles mit Maßen!

Waldmeister

Galium odoratum, Rubiaceae

Synonyme sind: Duftendes Labkraut, Meier, Leberkraut, Herzfreund, Waldtee

Waldmeister kommt vor in schattigen Laub-und Mischwäldern, vorzugsweise Buchenwäldern. Man erkennt Waldmeister an seinen vierkantigen Stängeln, an denen die Blättchen wie Quirle angeordnet sind und die in Etagen übereinander stehen. Die Blätter sind dunkelgrün, lanzettlich, flach und dünn und am Rand rau; sie bekommen bei Sonnenbestrahlung einen Gelbstich. Die Blüten bilden eine lang gestiehlte Trugdolde. Blüten und Blätter haben den starken, typischen Waldmeistergeruch.

Arzneiliche und weitere Anwendung:

Waldmeister hat eine leicht beruhigende Wirkung und eine Blutgefäß erweiternde Wirkung, die jedoch keine so große Rolle spielt. Er wird hauptsächlich als leichter Beruhigungstee bei unregelmäßiger Herztätigkeit verwendet. Auch wirkt er blutreinigend, harntreibend, krampflösend, entzündungshemmend und leicht desinfizierend.

Die Waldmeisterbowle wirkt auch verdauungsfördernd, wenn ein Glas davon nach dem Essen getrunken wird, allerdings eignet sie sich besser als aromatisches Getränk für ein geselliges Beisammensein