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Donnerstag, 2019-10-17

Wiesenschaumkraut - überschäumende Schönheit

Wer im April ausgedehnte Spaziergänge durch Recklinghausen unternimmt, ist überwältigend von der Schönheit der Feuchtwiesen. Wenn sich dann noch der Löwenzahn zwischen die Blüten des Wiesenschaumkrautes mischt, ist der leuchtende Frühjahrsaspekt komplett.

 

 

 

 

 

 

 

Die Wiesen schäumen nicht vor Wut. Das Wiesenschaumkraut, zur Familie der Kreuzblütler gehörend, verwandelt unsere Wiesen in eine schäumende Pracht. Diese ausdrucksstarke Ästhetik hat dem Wiesenschaumkraut seinen Namen gegeben. Es wird noch eine andere Namensherkunft abgeleitet. Nicht selten hängen schaumartige Massen an der schönen Pflanze. Doch wer sollte das Wiesenschaumkraut angespuckt haben? Früher wurde der Kuckuck als Übeltäter gehandelt. Als dieses Phänomen auftrat, war der Ruf des Kuckucks zu hören. Die Pflanze wurde als Kuckuckspeichel bezeichnet. Tatsächlich hat der Kuckuck mit diesem Rätsel nichts am Hut. Die Pflanze beherbergt die Larven von Schaumzikaden, die hier vor Sonne und Feinden geschützt sind. Sie saugen aus den Stängeln den sogenannten Phloemsaft heraus. Den Überschuss dieses Saftes scheiden die Schaumzikaden zusammen mit einem verseiften Saft aus, der dann durch die Atemluft der Zikaden schaumig aufgetrieben wird und den Schaum sichtbar werden lässt.

 

 

 

 

 

 

 

Das Wiesenschaumkraut gilt bei den Schamanen als die Blüte uralten Wissens. Es heißt, die Essenz dieser Blüten ermöglicht den Kontakt zu den Ahnen, der eigenen Geschichte und den eigenen Wurzeln.
Vor Jahrzehnten erfreuten uns noch große Feuchtwiesen mit der massenhaften Blüte des Wiesenschaumkrautes. Heute sind diese großflächigen Ansammlungen sehr selten geworden. Die Entwässerung (Melioration) der Feuchtwiesen hat für einen Rückgang des Kreuzblütlers gesorgt. Die Wiesen entlang des Naturschutzgebietes „Burg“ waren früher überzogen mit der Pracht des Wiesenschaumkrautes. Dieses Aspekte gehören aktuell der Vergangenheit an. Zwar ist die Pflanze immer noch häufig. Wir sollten uns für den Schutz des Wiesenschaumkrautes einsetzen. Ansonsten muss auch diese schöne Pflanze wie früher ebenfalls häufige Verwandte in die Rote Liste aufgenommen werden. [ Text und Bilder: U. Nickel ]